Viele Eltern geben ihrem Baby schon in den ersten Lebenstagen einen Schnuller. Andere sind skeptisch und wollen lieber abwarten. Gerade Väter stehen oft vor der Frage: Ist der Schnuller wirklich sinnvoll – und ab wann darf mein Kind ihn bekommen? Als Papa bist du von Anfang an in die Entscheidung einbezogen, auch wenn deine Partnerin stillt. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Vor- und Nachteile der Schnuller hat, ab wann Ärzte ihn empfehlen und worauf du als Vater achten solltest.
Schnuller: Tradition und moderne Formen
Seit Jahrhunderten suchen Babys Beruhigung durch Saugen. Früher nuckelten sie an Stoffstücken oder improvisierten Holzformen, heute gibt es Schnuller aus Latex oder Silikon. Latex ist weich und flexibel, Silikon dagegen langlebiger und formstabil. Für dich als Papa bedeutet das: Du kannst je nach Alter, Kauverhalten und Vorlieben deines Kindes das passende Material auswählen.
Väterfrage: Ab wann ist ein Schnuller sinnvoll?
Die wichtigste Frage lautet: Soll mein Kind den Schnuller direkt nach der Geburt bekommen oder besser später? Ärzte empfehlen, beim Stillen in den ersten vier bis sechs Wochen auf einen Schnuller zu verzichten. In dieser Zeit üben Mutter und Kind das Stillen ein. Der Schnuller kann den natürlichen Saugreflex verwirren und das Anlegen an die Brust erschweren. Stillt deine Partnerin, wartet ihr am besten, bis das Stillen stabil läuft. Danach spricht nichts dagegen, den Schnuller einzuführen. Wenn dein Kind mit der Flasche ernährt wird, könnt ihr etwas früher starten.
Vorteile des Schnullers – aus Vatersicht
Ein Schnuller ist nicht nur ein Stück Plastik mit Sauger. Er kann dir als Papa im Alltag viele Momente erleichtern. Dein Kind kann sich schneller beruhigen, wenn es quengelt, Bauchschmerzen hat oder einfach müde ist. Besonders am Abend, wenn du dein Baby ins Bett bringst, wirkt der Schnuller oft Wunder. Auch unterwegs, etwa bei langen Autofahrten oder Arztbesuchen, ist er ein hilfreicher Begleiter. Studien zeigen außerdem, dass Frühgeborene durch das Saugen am Schnuller besser Nahrung aufnehmen und schneller wachsen. Es gibt Hinweise, dass das Nuckeln sogar das Risiko für plötzlichen Kindstod senken kann, auch wenn die Daten dazu nicht eindeutig sind. Für dich heißt das: Mit einem Schnuller gibst du deinem Baby nicht nur Ruhe, sondern vielleicht auch einen zusätzlichen Schutz.
Nachteile und Risiken
Natürlich hat der Schnuller auch Schattenseiten. Bei dauerhaftem Gebrauch steigt das Risiko für Zahn- und Kieferfehlstellungen. Gerade wenn Kinder über das dritte Lebensjahr hinaus am Schnuller hängen, kann sich das Gebiss verformen. Zahnärzte empfehlen deshalb, anatomisch geformte Schnuller zu nutzen und sie rechtzeitig abzugewöhnen. Ein weiteres Risiko betrifft die Ohren: Häufiger Schnullergebrauch wird mit mehr Mittelohrentzündungen in Verbindung gebracht. Außerdem kann der Schnuller bei zu frühem Einsatz das Stillen erschweren, weil das Baby Brust und Sauger verwechselt. Für dich als Papa bedeutet das: Achte darauf, den Schnuller gezielt einzusetzen und nicht als Dauerlösung zu nutzen.
Abgewöhnen nicht vergessen
Ein entscheidender Punkt für dich als Vater ist die Frage, wann dein Kind wieder ohne Schnuller auskommen sollte. Experten empfehlen, spätestens im zweiten Lebensjahr mit dem Abgewöhnen zu beginnen, besser noch vor dem ersten Geburtstag. Dann ist das Risiko für Zahnfehlstellungen am geringsten. Als Papa kannst du hier eine aktive Rolle übernehmen: Biete deinem Kind in schwierigen Momenten Nähe, tröste es mit deiner Stimme oder lenke es mit Spielen ab. Je früher du Alternativen anbietest, desto leichter fällt später die Trennung vom Schnuller.
Praktische Tipps für Väter
Wenn du dich für den Schnuller entscheidest, achte auf einige Details. Wähle immer ein Modell, das zur Größe des Mundes deines Babys passt. Wechsle regelmäßig den Schnuller, da sich Abnutzungen oder Risse bilden können. Reinige ihn häufig, um Infektionen vorzubeugen. Viele Väter vergessen: Ein Schnuller ist auch ein emotionales Signal. Gib ihn deinem Kind nicht ständig, sondern bewusst in bestimmten Situationen – zum Beispiel zum Einschlafen oder wenn dein Baby Schmerzen hat. So bleibt der Schnuller ein Hilfsmittel und wird nicht zur Dauerlösung.
Alltagsszenen mit Schnuller
Ein Beispiel: Es ist Abend, deine Partnerin ist erschöpft vom Tag, und euer Baby ist unruhig. Du übernimmst die Einschlafbegleitung. Mit einem Schnuller beruhigt sich dein Kind schneller, du kannst es im Arm halten, während es friedlich nuckelt. Ein anderes Beispiel: Im Auto auf dem Weg zu den Großeltern weint dein Baby unaufhörlich. Der Schnuller verschafft Ruhe, und die Fahrt wird entspannter. Solche Alltagssituationen zeigen, dass der Schnuller dir als Vater Handlungsmöglichkeiten gibt, wenn dein Baby sonst schwer zu beruhigen ist.
Eigene Meinung
Als Vater sehe ich den Schnuller als nützliches Hilfsmittel, wenn er bewusst eingesetzt wird. Er kann dir in vielen Momenten helfen, dein Kind schneller zu beruhigen und die Nerven zu schonen – nicht nur deine, sondern auch die deiner Partnerin. Gleichzeitig ist es wichtig, ihn nicht zur Dauerdroge zu machen. Je klarer ihr den Schnuller begrenzt, desto leichter fällt es eurem Kind später, ohne auszukommen. Für mich ist der Schnuller deshalb kein Muss, aber eine gute Unterstützung – solange du als Papa bewusst entscheidest, wann er zum Einsatz kommt.
FAQ: Schnuller für Babys
Ab wann darf mein Baby einen Schnuller bekommen? Bei Stillkindern ab der vierten bis sechsten Woche, bei Flaschenkindern etwas früher.
Hilft der Schnuller gegen Koliken? Ja, das Saugen beruhigt und kann Schmerzen lindern.
Kann der Schnuller das Stillen stören? Ja, wenn er zu früh gegeben wird. Deshalb mindestens vier Wochen warten.
Ab wann sollte mein Kind keinen Schnuller mehr nutzen? Ideal ist es, den Schnuller bis zum zweiten Geburtstag abzugewöhnen.
Gibt es Unterschiede bei den Materialien? Latex ist weich und flexibel, Silikon langlebiger und hygienischer.
Zusammenfassung
Die Frage nach dem Schnuller ist kein einfaches Ja oder Nein. Für dich als Papa geht es darum, den richtigen Zeitpunkt und den bewussten Einsatz zu wählen. Direkt nach der Geburt ist es besser, mit dem Schnuller zu warten, besonders beim Stillen. Ab dem zweiten Monat kann er jedoch eine wertvolle Hilfe sein, um dein Baby zu beruhigen. Nutze ihn gezielt beim Einschlafen, Trösten oder auf Reisen, aber vermeide den Dauereinsatz. Und denke rechtzeitig daran, ihn wieder abzugewöhnen. So bleibt der Schnuller ein nützliches Hilfsmittel – und keine Belastung für die Zukunft.










