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Sekundäre Sozialisation: Definition, Beispiele & Bedeutung für Kinder

Sozialisation
Sozialisations-Prozess
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Welche Bedeutung hat die Sekundäre Sozialisation bei der Entwicklung von Kindern?

Bei der sekundären Sozialisation handelt es sich um die Vorbereitung Ihrer Sprösslinge auf ihre Rolle in der Gesellschaft. Anders als bei der primären Sozialisation spielen neben den Eltern auch soziale Einrichtungen eine große Rolle.

Sekundäre Sozialisation und sekundäre Sozialisation sind nicht dasselbe. Sozialisation beschreibt, wie Menschen Werte, Normen, Rollen und Verhaltensweisen in sozialen Zusammenhängen erlernen. sekundäre Sozialisation bezeichnet allgemeiner das Hineinwachsen in eine Kultur. Beide Prozesse überschneiden sich, sollten aber begrifflich getrennt werden.

 

Die sekundäre Sozialisation enthält kontinuierliche Traditionen. Sie geben Ihrem Kind Werte und Normen weiter, die Sie bereits als Kind verinnerlichten. Kommt Ihr Nachwuchs mit einem breiten sozialen Umfeld in Kontakt, bewirkt dies eine multi-kulturelle Erziehung. Hierbei spielen Toleranz und Verständnis eine tragende Rolle. Die entsprechenden Bezugspersonen erklären Ihren Sprösslingen die Bedeutung von anderen Kulturkreisen. Fehlt zu Hause oder in der Schule dieses interkulturelle Lernen, folgt eine Kultur-Zentriertheit.

 

Die Konflikte während der sekundären Sozialisation

Während der sekundären Sozialisation bleiben Eltern wichtige Bezugspersonen. Neben den Einflüssen des Elternhauses orientieren sich Ihre Kleinen zunehmend an Gleichaltrigen. Der Fachbegriff für die entsprechende Altersgruppe lautet Peers. Ebenso stehen die Medien mehr und mehr im Vordergrund. Sie nehmen Einfluss auf die kognitiven, konativen und affektiven Fertigkeiten Ihrer Sprösslinge. Bei einer starken Abweichung der sekundäre Sozialisation gegenüber der primären Sozialisation kommt es zu einem Verhaltenskonflikt. Vorwiegend in der Schule verspüren viele Kinder einen deutlichen Zielkonflikt zwischen der Vergesellschaftung und dem Ausbilden der eigenen Persönlichkeit.

 

Die sekundäre Sozialisations-Instanzen und ihre Relevanz

Bei der sekundären Sozialisation gibt es wie bei jedem Sozialisations-Prozess spezielle Instanzen. Zu den wichtigen Einflüssen gehören weiterhin Eltern, Gleichaltrige, Bildungs-Einrichtungen und Medien. Da die persönliche Entwicklung unter Gleichaltrigen hohe Priorität aufweist, zählen zu den wichtigsten sekundäre Sozialisations-Instanzen:

  • der Kindergarten,
  • der Hort,
  • die Schule,
  • die Ausbildungs-Einrichtung,
  • die Hochschule
  • der Arbeitsplatz sowie
  • digitale Medien und soziale Netzwerke.

 

Die sekundäre Sozialisation dauert bis zu der Ausbildung einer selbstständigen Identität. Daher kann der eigentliche Prozess sich bis in das Erwachsenenalter ziehen. Sie prägt vor allem Kindheit und Jugend, kann sich aber auch später durch Ausbildung, Beruf, Partnerschaften und neue soziale Umfelder fortsetzen. Die sekundäre Sozialisation wird besonders deutlich, sobald außerfamiliäre Lebensbereiche wie Kita, Schule, Vereine und Peer-Groups an Bedeutung gewinnen. Eine starre Altersgrenze gibt es dafür nicht. Hier handelt es sich um eine Lernleistung, die ein bereits primär sozialisiertes Kind erbringt. Somit knüpft die sekundäre Sozialisation an Ihre primäre Sozialisation als Elternteil an.

 

Wichtigkeit erhält die Fähigkeit Ihrer Kleinen, sich an neue Umgebungen anzupassen. Um dies zu gewährleisten, erfolgt die Loslösung von der familiären Geborgenheit. Fällt die Anpassung an neue soziale Umgebungen schwer, kann sich das beispielsweise in Unsicherheit, Rückzug oder Konflikten zeigen. Solche Reaktionen sollten nicht pauschal als Persönlichkeitsmerkmal bewertet werden.

 

Die Grundlagen der sekundären Sozialisation

Die Basis für eine sekundäre Sozialisation legen Sie in den ersten Lebensjahren Ihrer Sprösslinge. Mithilfe der Bildungs-Einrichtungen bekommt Ihr Kind die Möglichkeit, sein Leben konkret zu gestalten.

Hierbei spielt die spezifische Stellung in der Gesellschaft sowie die spätere Berufswahl eine Rolle. Der Kontakt zu anderen Kindern bildet zudem das Fundament für die Rollenerwartung Ihrer Kleinen. Sie üben, diplomatisch zu agieren oder sich bei einem Konflikt zu behaupten. Den Umgang mit Autoritäts-Personen lernen Ihre Kinder durch Lehrer und Erzieher.

Gleichzeitig finden sie sich durch den Sozialisations-Prozess in den zahlreichen Subwelten der Gesellschaft zurecht. Die Grundlagen bietet das rollenspezifische Wissen. Demnach stabilisiert die sekundäre Sozialisation die Persönlichkeit Ihrer Kinder. Durch den Kontakt mit Fremden lernt der Nachwuchs, sein Einpassungs-Bedürfnis zu erfüllen.

 

Diese Routine-Gewissheiten zeigen sich zu jeder Zeit modifizierbar. Das heißt, die durch sekundäre Bezugspersonen erlernte Normen unterliegen der stetigen Variation. Anders als bei der primären Sozialisation fallen die variierten Verhaltensweisen Ihrem Kind leicht. Bei der sekundären Sozialisation gibt es weniger emotional verankerte, sondern mehr intellektuelle Reflexionen. In den verschiedenen Bildungs-Einrichtungen erfahren Ihre Kleinen ein Anschauungs- und Bewertungssystem, das zahlreiche Alternativen aufweist. In der Phase entscheidet das Kind aktiv mit, welche Lebensmöglichkeit es für sich wählt.

 

Redaktion: M.Foerster, veröffentlicht von  Anna Nilsson
Quellen-Literatur-Verweise:

http://www.uni-bielefeld.de/paedagogik/agn/ag2/

http://www.psychology48.com/deu/d/sekundaere-sozialisation/sekundaere-sozialisation.htm

http://www.cobocards.com/pool/de/card/34834656/online-karteikarten-primaere-und-sekundaere-sozialisation/

www.edu.lmu.de/apb/dokumente/materialien/rf_sozialisation3.pdf

Buch: Grundwissen Sozialisation: Einführung zur Sozialisation im Kindes- und Jugendalter (German Edition) Taschenbuch – Arne Niederbacher

Motiv  © rendeeplumia – Fotolia.com

 

 

 

 

 

 

Primäre und sekundäre Sozialisation – der Unterschied

Primäre Sozialisation vor allem frühe Kindheit und Familie; grundlegende Sprache, Bindung, Werte und Verhaltensmuster
Sekundäre Sozialisation weitere soziale Räume wie Kita, Schule, Freundeskreis, Vereine, Medien, Ausbildung und Beruf
Wichtig Beide Phasen überschneiden sich. Sozialisation ist kein starrer Ablauf mit einem festen Endpunkt.

Beispiele für sekundäre Sozialisation

  • Ein Kind lernt in der Schule, sich an Regeln einer größeren Gruppe zu orientieren.
  • Freundschaften und Peer-Groups beeinflussen Sprache, Kleidung, Interessen und Konfliktverhalten.
  • Im Sportverein werden Teamrollen, Fairness und Verbindlichkeit eingeübt.
  • Digitale Medien und soziale Netzwerke vermitteln Vorbilder, Normen und Zugehörigkeit.
  • In Ausbildung und Beruf entstehen neue Rollen und Erwartungen.

Quellen

Sekundäre Sozialisation

Aktualisierungsprotokoll

  • Letzte Änderung am 01.10.2026.
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Autor bei Netpapa

Mario Förster schreibt aus der Perspektive eines Vaters über Familienalltag, Erziehung, Schule und den Umgang von Kindern mit digitalen Medien. Dabei verbindet er persönliche Erfahrungen mit sorgfältig recherchierten Informationen und konkreten Empfehlungen für Eltern.