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Kreislaufprobleme in der Pubertät: Schwindel & Ohnmacht richtig einordnen

Kreislaufprobleme in der Pubertät sind bei Jungen
Pubertät bei Jungen, Copyright: AHOOLY, bigstockphoto.com
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Wenn einem Jugendlichen beim Aufstehen plötzlich schwarz vor Augen wird oder er kurz ohnmächtig wird, erschreckt das die ganze Familie. Solche Kreislaufbeschwerden kommen im Jugendalter vor, sollten aber nicht pauschal mit „Pubertätshormonen“ erklärt werden. Häufig steckt eine vorübergehende Kreislaufregulation wie eine orthostatische Reaktion oder eine vasovagale Synkope dahinter; andere Ursachen müssen je nach Situation ausgeschlossen werden.

Und plötzlich schwarz vor Augen..

Typisch für eine orthostatische Kreislaufreaktion ist Schwindel oder Schwarzwerden vor den Augen kurz nach dem Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen. Hinsetzen oder Hinlegen bessert die Beschwerden oft rasch. Eine echte Ohnmacht sollte besonders beim ersten Auftreten trotzdem ärztlich eingeordnet werden.

Gerade wenn so etwas zum ersten Mal auftritt, ist Junior geschockt und weiß nicht, wie ihm geschieht. Versuchen Sie ihn zu beruhigen und erklären Sie ihm, was da gerade in seinem Körper geschieht.

Warum treten Kreislaufprobleme bei Jugendlichen auf?

Kreislaufbeschwerden betreffen Mädchen und Jungen. Auslöser können schnelles Aufstehen, langes Stehen, Hitze, Flüssigkeitsmangel, Schmerzen, Aufregung oder Stress sein. Auch Blutarmut, Infekte, Medikamente oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen als Ursachen infrage.

Wachstum allein erklärt eine Ohnmacht nicht

In der Pubertät verändert sich der Körper schnell. Die frühere Vorstellung, das Herz könne mit dem Längenwachstum „nicht hinterherkommen“ und müsse das Blut plötzlich viel weiter nach oben pumpen, ist jedoch zu vereinfachend. Bei einer orthostatischen Reaktion verteilt sich beim Aufstehen kurzfristig Blut in den unteren Körperbereich. Der Körper muss Blutdruck und Herzfrequenz rasch anpassen. Gelingt das nicht ausreichend, können Schwindel, Sehstörungen oder Ohnmacht auftreten.

Niedriger Blutdruck bei Jugendlichen

Nicht alle Jugendlichen haben grundsätzlich niedrigen Blutdruck. Einzelne Messwerte müssen nach Alter, Körpergröße und Situation eingeordnet werden. Bei wiederkehrenden Beschwerden kann die Praxis Blutdruck und Puls im Liegen und nach dem Aufstehen messen.

Welche Beschwerden passen zu einem Kreislaufproblem?

Mögliche Beschwerden sind:

  • abnehmender Leistungsfähigkeit
  • ständige Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Gedächtnisschwäche
  • Antriebsschwäche
  • kalten Fingern und Zehen.

Wann treten Beschwerden typischerweise auf?

Beschwerden können beim schnellen Aufstehen, langen Stehen, bei Hitze oder Flüssigkeitsmangel auftreten. Sie verschwinden nicht automatisch bei jedem Jugendlichen nach der Pubertät. Auffälliger sind die Symptome, die infolge der Kreislaufschwäche in einer körperlichen Belastungssituation auftreten, als da wären

  • Übelkeit
  • Herzrasen
  • übermäßiges Schwitzen
  • Schwindel
  • Ohrensausen
  • Bewusstseinsstörungen
  • und im Extremfall Kreislaufkollaps.

Häufige Formen der Ohnmacht bei Jugendlichen

Vasovagale Synkopen sind im Kindes- und Jugendalter häufig. Typische Auslöser sind langes Stehen, Hitze, Schmerz oder emotionale Belastung. Oft kündigen Schwindel, Übelkeit, Blässe oder Schwarzwerden vor Augen die Ohnmacht an.

Orthostatische Beschwerden entstehen beim Aufrichten aus dem Liegen oder Sitzen. Der Kreislauf passt Blutdruck und Herzfrequenz nicht schnell genug an. Hinsetzen oder Hinlegen hilft meist rasch.

Daneben gibt es seltenere Ursachen, unter anderem Herzrhythmusstörungen oder andere Erkrankungen. Deshalb ist die Vorgeschichte wichtig.

Was kann bei Kreislaufproblemen helfen?

Bei typischen orthostatischen Beschwerden können langsames Aufstehen, ausreichend trinken und regelmäßige Bewegung helfen. Bei Hitze sollte auf genügend Flüssigkeit geachtet werden. Energy-Drinks sind keine Behandlung gegen Kreislaufprobleme.

Wann muss eine Ohnmacht ärztlich abgeklärt werden?

Eine erste Ohnmacht sollte ärztlich eingeordnet werden. Besonders wichtig ist eine rasche Abklärung, wenn die Ohnmacht während körperlicher Belastung auftritt, Herzrasen oder Brustschmerz vorausgeht, es relevante Herzerkrankungen in der Familie gibt, die Bewusstlosigkeit ungewöhnlich lange dauert oder Verletzungen auftreten.

Auch wiederkehrende Ohnmachten, deutliche Leistungsminderung, starke Menstruationsblutungen, Gewichtsverlust oder andere zusätzliche Beschwerden sollten abgeklärt werden. Eine Untersuchung kann je nach Situation Blutdruck, Puls, Blutbild und EKG umfassen.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

Aktualisierungsprotokoll

  • Letzte Änderung am 01.10.2026.